Prof. Dr. Hubert Houben (Lecce)
Die Türken auf dem Weg nach Rom? Die osmanische Eroberung von Otranto 1480

Das ZMS lädt alle Interessierten zum Abendvortrag des Mittelmeertages ein, der am 17. Mai 2017 um 18:00 Uhr auf dem Campus der RUB im Gebäude SSC (von der U-Bahn aus hinter der Universitätsverwaltung) auf der 2. Etage in Raum Nr. 119 stattfinden wird.

Plakat

Unter Sultan Mehmed II. (1451-1481), wegen seiner zahlreichen Eroberungen “der Eroberer” (Fâtih) genannt, nahm die Expansion des Osmanischen Reichs eine neue Dimernsion an: Die Eroberung von Konstantinopel 1453 besiegelte das Ende des Byzantinischen Reichs und mit der Eroberung von Otranto im Süden Apuliens, im August 1480, wurde ein türkischer Stützpunkt in Italien eingerichtet, von dem aus ein Angriff auf Rom denkbar schien. Die osmanische Eroberung und Besetzung von Otranto, die bis zum September 1481 dauerte, ist bisher nur unzureichend erforscht. Im Vortrag sollen die Gründe dafür aufgezeigt werden sowie die Möglichkeit, mithilfe von bislang wenig beachteten italienischen Quellen diese Forschungslücke zu schließen.

Prof. Hubert Houben (Heinsberg 1953) ist Ordinarius für mittelalterliche Geschichte an der Universität des Salento in Lecce, wo er das von ihm gegründete Zentrum zur Erforschung des Deutschen Ordens im Mittelmeerraum (Centro interdipartimentale di Ricerca sull’Ordine Teutonico nel Mediterraneo) leitet. Bücher u.a.: Roger II. von Sizilien, ein Herrscher zwischen Orient und Okzident (1997, 2. Aufl. 2010); Kaiser Friedrich II. (1194-1250). Herrscher, Mensch und Mythos (2008); Die Normannen (2012).