Curriculum Vitae

  • Seit 2017
    Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ruhr-Universität Bochum im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogrammes "Transottomanica"
  • 2009-2015
    Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Justus-Liebig-Universität Gießen (bis 2011) bzw. der Ruhr-Universität Bochum, Bearbeiter des Projektes "Gewaltgemeinschaften im westlichen Balkanraum" im Rahmen der DFG-Forschergruppe 1101 "Gewaltgemeinschaften"
  • 2008-2009
    Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Geisteswissenschaftlichen Zentrum Ostmitteleuropaforschung (GWZO) in Leipzig
  • 2005-2006
    Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung (GEI) in Braunschweig
  • 2000-2005
    Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der TU Braunschweig, abgeordnet zum Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung (GEI)
  • 2000
    Promotion zum Dr. phil. an der Freien Universität Berlin. Titel der Doktorarbeit: Das Verkehrssystem als Modernisierungsfaktor. Straßen, Post, Fuhrwesen und Reisen nach Triest und Fiume vom Beginn des 18. Jahrhunderts bis zum Eisenbahnzeitalter. München: Oldenbourg 2002 (= Südosteuropäische Arbeiten Bd. 107)
  • 1995-2000
    Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der Universität Leipzig bei der Professur für Ost- und Südosteuropäische Geschichte

Forschungsprojekt

Die venezianische Armee auf osmanischem Boden 1684-1718. Translokalisierung, Kriegserfahrung, Transkulturation

Ziel des im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms 1981 „Transottomanica: Osteuropäisch-osmanisch-persische Mobilitätsdynamiken“ durchgeführten Projektes ist die Untersuchung und Darstellung der Kriegserfahrung der Soldaten der venezianischen Armee in den von ihr eroberten, besetzten und zum großen Teil wieder verlorenen osmanischen Gebieten Dalmatiens, Albaniens und Griechenlands in den nach dem italienischen Namen der Peloponnes sogenannten beiden Moreakriegen 1684-1699 und 1715-1718. Mit der Erforschung des migrationsgeschichtlichen Grundtatbestandes militärischer Reisen im südosteuropäischen Raum soll die "Mobilitätslinse" zur Erhellung transkultureller Entwicklungen genutzt werden. Auch für die militärische Form des Reisens gilt, dass sie nicht nur eine Verknüpfung von Abreise- und Endpunkt, sondern das Durchqueren von Räumen und dabei entstehende Prozesse von Translokalisierung und Transkulturation umfasst. Diese bildeten wohl zu allen Zeiten konstituierende Elemente der Kriegserfahrung der von ihnen betroffenen Soldaten und anderen Kriegsteilnehmer.
Wie haben die Bedingungen der Feldzüge im osmanischen Südosteuropa Alltag, Wahrnehmung und Erfahrung des Krieges aus der Sicht der Soldaten geprägt? Im Fokus soll dabei die Lebenswelt von Offizieren, Unteroffizieren und einfachen Soldaten stehen; es geht um ihren Alltag bei der An- und Abfahrt zum Kriegsschauplatz, bei Garnisons-, Lager- und Felddienst, um die Begegnung mit der Zivilbevölkerung (nicht zuletzt mit Frauen), um die Erfahrung, Deutung und Verarbeitung von Kampf und Gewalt, von Desertion, Gefangenschaft, Sklaverei und (gegebenenfalls) Ranzionierung, von Krankheit, Verwundung und Tod. - Das Osmanische Reich, in dem sie "Migrationen als transkulturelle Verflechtungen" erlebten, war dabei die Erfahrungs- und Diskurs"folie" dieser Männer, mit der sie ihre mitgebrachten Vor- und Einstellungen abgleichen, in dem sie neue Interaktions- und Kooperationsmuster mit "ihresgleichen" in der ethnisch und religiös heterogenen venezianischen Armee und den - im Normalfall wie sie selbst ebenfalls ethnisch, religiös und von der sozialen Herkunft her heterogenen - "Einheimischen" finden mussten. Gerade der Krieg unter den Rahmenbedingungen der Frühen Neuzeit erzwang eine besondere Intensität nicht nur von Interaktion überhaupt, sondern (abseits des Gefechtes) auch von Kooperation mit den "Anderen", den Menschen des "Feindes".


Kontakt


Dr. Andreas Helmedach
Ruhr-Universität Bochum
Zentrum für Mittelmeerstudien
Am Bergbaumuseum 31
D-44791 Bochum

andreas.helmedach@rub.de