ZMS Working Paper Series



Im Projektjahr 2011 hat das Zentrum für Mittelmeerstudien mit den online gestellten Working Papers eine neue Form von Publikationen gewählt. Die Mediterranean Working Paper Series soll eine Plattform bieten, aktuelle politische Entwicklungen in der Projektregion darzulegen und zu analysieren, neue Forschungsideen aus Diskussionsrunden einer größeren Runde zur Verfügung zu stellen und wissenschaftliche Ergebnisse aus interdisziplinärer Forschung, transversalen Themen und akademischer Lehre zu präsentieren.

Die ZMS Working Papers erscheinen in unregelmäßigen Abständen.

Hinweis: Ab sofort finden Sie die ZMS Working Paper Series auch als Open Access auf der Webseite der Universitätsbibliothek der Ruhr-Universität Bochum.

Das Zentrum für Mittelmeerstudien zu Gast in Marseille - September 2015 (Nr. 11/2016)
Timo Grenz

Als Vertreter transdisziplinärer Mediterranistik besteht eine wichtige Aufgabe des Zentrums für Mittelmeerstudien (ZMS) darin, beständig über seinen eigenen Standort in Bochum hinausgehend den wissenschaftlichen und persönlichen Erfahrungsaustausch zu suchen. Noch vor dem Beginn des Wintersemesters 2015/16 an der Ruhr-Universität Bochum sollte daher eine gemeinsame Mittelmeerexkursion stattfinden. Die Wahl fiel auf Marseille: mediterraner Begegnungsort und historischer Ankerpunkt europäischer Kultur und Zivilisation.

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Über mer, und wazzer. Das Mittelmeer in mittelhochdeutscher Erzählliteratur – eine Exploration (Nr. 10/2016)
Nadine Lordick

In diesem Working Paper soll es um die Präsenz des Mittelmeeres in der mittelhochdeutschen erzählenden Literatur gehen. Dabei sollen einige ausgewählte Versromane aus dem 11. bis ins 13. Jahrhundert in den Blick genommen und unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden: Das Meer selbst, seine Verortung in der mittelalterlichen Geographie, aber auch Kulturkontakte und -konflikte innerhalb des Mittelmeerraums, wie sie sich zur Zeit der Kreuzzüge in der Literatur niederschlagen, sollen in die Untersuchung eingehen.

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Akkulturation und Identität(en) jenseits des Mittelmeers. Zur Wahrnehmung kultureller Differenz im Kitâb al-Itibâr des Usama ibn-Munqidh und in der Historia Hierosolymitana des Fulcher von Chartres (Nr. 9/2013)
Daniel Brauch, Jens Lieven, Mareike Roder, Linn Schilling

Die Eroberung der Levante durch die Kreuzfahrer und die nachfolgende Besiedlung Palästinas charakterisierte unlängst Jonathan Phillips als „religiöse Kolonialisierung“. Nikolas Jaspert ordnet die Vorgänge in den weiteren Kontext der europäischen Expansion ein, da ähnlich wie jenseits des Mittelmeeres zur selben Zeit auch im Baltikum und auf der iberischen Halbinsel christliche Siedlungen angelegt worden seien, deren Gründung in ganz ähnlichen Bahnen verlief. Jaspert nennt hier insbesondere die Inbesitznahme des Landes durch eine ritterliche Elite, die nachfolgende Immigration von Bauern, die das Land bewirtschaften konnten und die Entwicklung von privilegierten Städten. Zugleich weist er aber auch auf wesentliche Unterschiede hin: So sei die ursprüngliche Intention der Kreuzfahrer bei der Inbesitznahme Palästinas nicht nur in der territorialen Expansion zum Zweck des Landgewinns zu sehen; vielmehr war sie zu einem nicht unwesentlichen Teil auch religiös motiviert. Immerhin, so Jaspert weiter, eroberten die Kreuzfahrer das verheißene Land, das aus der Bibel bekannt war. Den Kreuzzügen in das Heilige Land kommt somit eine exponierte Bedeutung im Kontext der territorialen Expansion zu, auf die im Folgenden zunächst näher einzugehen ist, um die äußeren Rahmenbedingungen zu umreißen. ...

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Transmediterrane Mobilität im Mittelalter (Nr. 8/2013)
Christin Nezik, Konstantin Küppers, Teresa Peters und Wolf Zöller

Dieses Essay widmet sich den spezifischen historischen Konstellationen aus der Gründungsphase der Kreuzfahrerherrschaften beleuchtet werden, in denen die Konnexion mit dem Abendland als geradezu konstitutiv für die lateinische Kirchen des östlichen Mittelmeerraumes wirkten. Dabei soll der Blick sowohl auf die Akteure als auch auf die Strukturen des Transfers, auf mobile Personengruppen, Transferwege, Frequenzen und Kontinuitäten des Austauschs gelenkt werden.

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Logistik und Durchführung transmediterraner Pilgerfahrten im Mittelalter (Nr. 7/2013)
Linda Basha, Eileen Bergmann, Kathrin Kelzenberg, Robin Köhler, Anna Schiff

Dieser Beitrag stellt exemplarisch mehrere überlieferte Reisen in den Fokus, deren Ziel das Heilige Land war. Gemeinsam ist diesen Reisen, dass es galt, das Mittelmeer zu überwinden bzw. die Reise auf See zu überstehen. Zu fragen ist nach der praktischen Gestaltung, der Motivation und der Finanzierung der Reisen. Es sollen die Vorbereitungen in den Blick genommen werden, die sich nicht nur auf die Reisegestaltung beschränkten, sondern auch diejenigen betrafen, die zurückblieben. Wie viel Zeit nahmen die jeweiligen Reiseabschnitte in Anspruch? Dabei gilt es, die Mittelmeerpassage in den Fokus zu stellen, um zu überprüfen, wie diese Route eine Profes- sionalisierung über die Jahrhunderte hinweg erfuhr. Welche Erfahrungen machten die Pilger bei ihrer Einreise ins Heilige Land bzw. wie gestaltete sich der Umgang zwischen Christen und Muslimen? Die Reisen männlicher und weiblicher Pilger sollen kurz verglichen werden. Es gilt nicht nach dem Mittelmeerraum selbst zu fragen, welche Gefahren er barg oder welche Bilder über ihn bestanden, sondern wie das Meer konkret bereist wurde.

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Das Wahre Kreuz in Skandinavien - Herrschaftslegitimation und transmediterrane Diplomatie am Beispiel der Palästinafahrt Sigurðr Jórsalafaris (Nr. 6/2013)
Pia Sentkowski, Lukas Raupp, Nikolas Berghoff, Tristan Pfeil

Im Jahr 1110/11 erreichte der norwegische Teilkönig Sigurðr Magnússon mit einer größeren Streitmacht auf dem Seeweg das Heilige Land. Dort unterstützte er König Balduin I. von Jerusalem bei der Einnahme der Stadt Sidon, nachdem er von diesem einige Reliquien, darunter einen Partikel des Heiligen Kreuzes, erhalten hatte, deren Übergabe jedoch an Bedingungen geknüpft war. Die Rolle dieser Kreuzreliquie innerhalb der diplomatischen Kommunikation mittels materieller Bedeutungsträger soll im Folgenden im Kontext fernräulicher, transmediterraner Konnektivität diskutiert werden, weshalb einleitend ein kurzer Abriss über die Bedeutung des Kreuzes innerhalb der (lateinischen) Christianitas der Untersuchung vorangestellt wird.

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Libya, Chad and Sudan – An Ambiguous Triangle? (Nr. 5/2013)
Meike Meerpohl

This paper wants to shed light on the relations between Libya, Chad and Sudan in the last three decades, relations, which were characterized by wars, tensions and interven- tions, but also by alliances, assistance and investment. It also wants to focus on a Dafurian rebel movement, the JEM, and its interrelation to the three states. Further, the paper will show how the uprisings in Libya and Gaddafi’s fall affect its two neighbour-countries in the south. The information presented here is based on fieldwork conducted in the three countries between 2003 and 2007, mainly in Tiné, a border town along the Chadian-Sudanese border and the hometown of the ethnic group of Zaghawa. Further information raised from fieldwork conducted in the Nuba Mountains of Sudan between 2009 and 2011 and from analysis of different reports and articles as well as from per- sonal conversations with members of the Zaghawa.

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"Ciceronianisches Lateinisch." Gedichte von den Institutsreisen des Kaiserlich Deutschen Archäologischen Institutes in Griechenland und von der deutschen Olympiagrabung (Nr. 4/2012)
Ioannis A. Panteleon

Dieses Paper behandelt eine Reihe von Gedichten, die von Altertumswissenschaftlern und Bildungsreisenden während ihrer Griechenlandaufenthalte in der Zeit von 1880 bis 1904 verfasst wurden. Derartige Gebrauchslyrik begegnet nicht selten in den Nachlässen von Wissenschaftlern, sie ist jedoch – vielleicht aufgrund der Tatsache, dass sie keinem größeren Rezipientenkreis zugänglich gemacht wurde – eher unbeachtet geblieben. Als unter dem unmittelbaren Eindruck des Aufenthaltes in der Fremde entstandene Werke, stellen sie eine reizvolle Spielart des »Travel Writing«3 dar, die durch den ihnen eigenen Sprachwitz und Anspielungsreichtum immer noch zu fesseln vermag. Der Anlass für eine intensivere Beschäftigung mit diesen Werken ist allerdings ein anderer: Die vorliegende Arbeit erkundet die Eignung dieser Gedichte als historische Quellen, die – wie es für die zahlreichen zur selben Zeit erstandenen Griechenland- Reiseberichte schon geschehen ist4 – auf ihre Aussagekraft für wissenschafts- wie auch kulturgeschichtliche Fragestellungen hin befragt werden sollen.

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Die Mediterranneé als Sehnsuchtsraum: Phantasien und Praktiken des Sexuellen (Nr. 3/2012)
Dieter Haller

Köstlichen Wein, du findest ihn hier, und junonische Frauen,
Artemis floh, doch sie ließ uns ihre Nymphen zurück.
Glücklicher Wanderer, wenn am Blumenfeste der Göttin
Venus auch dir einen Kranz duftiger Rosen bescheert.
Wilhelm Friedrich Waiblinger (* 21.11.1804 , † 17.01.1830)1

In diesem Gedicht drückt mein in der Zeit und im Grad entfernter Onkel, der Schriftsteller Wilhelm Waiblinger, nicht nur sein Begehren für das weibliche Geschlecht allgemein aus, sondern – unter Rückgriff auf klassische Motive - für die spezifische Sinnlichkeit italienischer Frauen. Einem aus dem Umfeld des schwäbisch-pietistischen Tübinger Stifts entstammenden Dichter mochte die Stadt Rom, die er auf einer Italienreise kennenlernte, die er 1826 auf Anraten des Verlegers Johann Friedrich Cotta antrat, als Offenbarung erscheinen: die dortige mediterrane Freizügigkeit im Umgang mit Sexualität ließ ihn zum Native werden. Waiblinger lebte bis zu seinem frühen Tode 1830 in geglückten und ausschweifenden Verhältnissen in Rom. „Die erotische Befreiung wird ge- lebt, auch sie gehört ins Repertoire der klassischen Italienfahrt (...)“, schreibt die ZEIT in einem Porträt über den Dichter. ...

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Der Mittelmeerraum als Schauplatz von Empörungen, Revolten und Umbrüchen (Nr. 2/2011)
Dieter Haller

Tunis – Avenue Bourguiba: Am 17. Dezember 2010 führt die verzweifelte Selbstverbrennung eines jungen Mannes, Mohamed Bouazizi, in Sidi Bouzid zu einem erfolgreichen Aufstand der tunesischen Bürger gegen das 23-jährige Regime des Diktators Zine El Abidine Ben Ali. Im Januar der so genannten Jasminrevolution verlässt der Diktator das Land, eine Übergangsregierung wird eingerichtet. Das Beispiel und der Erfolg der tunesischen Revolution geben die Massen in anderen arabischen Ländern und ihren zi- vilgesellschaftlichen Bewegungen den Mut, sich gegen ihre Regime zu wenden: Ägyp- ten, Jemen, Bahrein, Libyen und Syrien sind nur die wichtigsten Länder, deren Bewoh- ner sich durch das tunesische Beispiel inspirieren lassen. ...

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Euromediterran Denken! (Nr. 1/2011)
Dieter Haller

Dieser Essay fokussiert auf die Bruchlinien, die in der deutschen Medienberichterstattung über die Umbrüche im mediterranen Nordafrika erkennbar werden. Es handelt sich um die Bruchlinie zwischen der EU und den nordafrikanischen Staaten, jene zwischen Nord- und Mittelmeereuropa und die zwischen den mediterranen Küstenregionen und den arabischen Metropolen.

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