Äthiopische Ikonen unterstützen seit ihrer ältesten bekannten lokalen Produktion, erstmalig nachweisbar in der Regierungszeit Zera Yacqobs (r. 1434 – 1468), die äthiopisch-orthodoxe Liturgie. Insbesondere die Verbreitung von mariologisch zentrierten Schriften wie der Teʾemre Maryam oder Wunder Mariens, bedingten ihre intensivierte Nutzung, um dem gesprochenen Wort eine bildliche Untermalung zu bieten. Um jedoch dem äthiopischen Bedarf gerecht zu werden, bedurfte es der Unterstützung von Handwerkern und Malern aus den umliegenden, florierenden Reichen, darunter das Mamelukenreich als kulturellen Schmelztiegel im Osten des Mittelmeeres, Nubien, der Republik Venedigs, aber auch von Malern aus Nordwestindien. Der Vortrag betrachtet insbesondere die künstlerischen Entwicklungen der äthiopischen Ikone im 15. und 16. Jahrhundert.
Am 24. November 2025 um 18:00 Uhr hält Dr. Evgeniya Prusskaya einen Vortrag mit dem Titel „French Algeria and Russian Caucasus in the Nineteenth Century: a Comparative Study“ in GA 5/29 und online per Zoom. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!